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HÖRFUNKBEITRÄGE


Eine Auswahl von Features und Hörstücken aus den Jahren 1994 - 2010

Streicheln statt boxen! Tiere im Strafvollzug.
Montag,12. April 2010, WDR 5 - Neugier genügt.

Jugendliche Gewalttäter sitzen heutzutage im Gefängnis nicht nur ihre Strafe ab, im besten Fall  lernen sie auch für’s  Leben draußen. Wichtig ist vor allem, dass sie in Zukunft Konflikte auch ohne Aggressionen bewältigen können.
In der Jugendanstalt Neustrelitz in Mecklenburg-Vorpommern helfen Vierbeiner bei der Resozialisierung. Auf einem großen Gelände weiden Pferde, freuen sich Hunde auf ihr Training, suhlen sich Schweine im Schlamm und der Kaninchenstall beherbergt stattliche „Großsilber“. Die tierischen Insassen fühlen sich  pudelwohl im Bau.  Denn sie werden ausgiebig und liebevoll gestreichelt, gefüttert und gestriegelt.

Die Jugendlichen übernehmen gerne Verantwortung für ihre  Schützlinge, und oft entstehen sogar Freundschaften zwischen Mensch und Tier. Fast nebenbei lernen  so schwere Jungs, Feingefühl und Empathie zu entwickeln, ihren Alltag zu strukturieren und Selbstwertgefühl  aufzubauen. Wer dranbleibt, hat am Ende die Ausbildung zum Tierpfleger oder Hundetrainer geschafft –  ohne Gewalt, dafür mit Herz und Verstand. Eine gute, hoffentlich auch zwischenmenschliche Perspektive

Pythia 2008. Von Netz- und Teleorakeln.
Sonntag, 2. November 2008, 20:05 im Deutschlandfunk.

Im Altertum ging man in den Tempel, um das Orakel zu befragen, was die Zukunft bringt. Heute wählt man 0137 ... und wenn der Zufallsgenerator will, ist man verbunden mit einem Astrologen oder Engelmedium und bekommt einen heißen Draht zu Jupiter, Erzengel Michael oder gleich zum ganzen Universum. Runenmeister, Kartenleger oder Kaffeesatzleser - halb Deutschland blickt in die Zukunft.

Denn mittlerweile suchen immer mehr Menschen den Rat esoterischer Lebensberater per Internet, Telefon oder gar übers Fernsehen. Gute Karten beschert dies vor allem sogenannten Lebensberater-Portalen, die Gewinne in Millionenhöhe erzielen - und das wohl auch zukünftig. Denn ein Ende der medialen Suche nach Prophezeiungen scheint nicht in Sicht.

VUI-Designer
WDR 5 - Neugier genügt vom 28. Juli 2006, 11.35 Uhr

"Wenn Sie Informationen wollen, drücken Sie die 1, wenn Sie etwas bestellen wollen, drücken Sie die 2, die 3, die 4" undsoweiter und sofort. Manchmal stellt auch der Computer die Fragen, Man sagt "ja" oder "nein" und er antwortet: "Entschuldigung, ich habe Sie leider nicht verstanden." So mancher ist schon verzweifelt oder ausgeflippt, wenn die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine hakt. Daran dass der Dialog möglichst reibungslos und so angenehm wie möglich vonstatten geht, arbeiten "VUI-Designer". VUI ist Abkürzung für Voice User Interface, und bedeutet "Schnittstelle für Sprachdialogsysteme", quasi die akustische Variante des web-designs. Ein Voice User Interface Designer überlegt sich, was ein Anrufer sagen oder fragen könnte und erklärt dies der Maschine, damit sie die richtigen Antworten gibt.

Freistil:
"Besetzt! Toilettengeschichte und Klogeschichten"
DLF, Freistil, 12. Juni 2005, 20.05 - 21.00 Uhr
Stell' Dir vor, Du gehst hin, und es ist besetzt. Gewisse Bedürfnisse verlangen sofortige Befriedigung. Während unseren Vorfahren die freie Natur zur Verfügung stand, begeben wir uns auf die Suche nach der vollautomatischen City-Toilette. Klo-Kultur ist keine Erfindung der Neuzeit. Bereits die alten Römer kannten die Vorzüge von Sitzklos und Kanalnetzen. Der Mensch des Mittelalters kippte seine Hinterlassenschaften einfach auf die Straße - die Stadt mutierte zum Ab-Ort. Welche Errungenschaft in Sachen Desodorierung des privaten und öffentlichen Raumes, als ein Engländer das Klappklosett mit Wasserspülung erfand. Doch erst nach Mitte des 20. Jahrhunderts verschwanden in Deutschland die letzten Plumpsklos. Kaum vorstellbar, dass auch heutzutage viele Menschen keinen Zugang zu Toiletten haben, viele Länder keine Abwasserentsorgung. Wer einmal eine Reise tat, der weiß: Zuhause ist es doch am schönsten. Der Lokus: Nicht nur ein Ort der Erleichterung. Er ist Schnittstelle zwischen Anrüchigem und Komfort. Bietet Momente privater Zuflucht, dient als "rest room", Begegnungs- und Kommunikationsstätte. Und weckt ebenso niederste Instinkte: Vandalismus und Unzüchtiges, miese Geschäfte und Mord.


Alltagsdeutsch:
"Mit Pauken und Trompeten". Sprache und Musik
DW, Alltagsdeutsch - Deutsche im Alltag, 31. August 2005, 14 Minuten


Aus Kultur- und Sozialwissenschaften:
"Garten Eden, Nirvana oder weltliches Schlaraffenland -
Die menschliche Sehnsucht nach dem Paradies."

DLF, Studiozeit, 23. Dezember 2004, 20.10 - 21.00 Uhr
Flucht aus der Realität oder Prinzip Hoffnung? Paradiesvorstellungen existieren in vielen Religionen. Sie drücken das menschliche Streben nach Transzendenz aus, bieten Trost im irdischen Jammertal, Hoffnung auf die Sinnhaftigkeit des Daseins und auf ein Weiterleben nach dem Tode. Ein Streifzug durch die "Paradiesgärten" dieser Welt: vom Garten Eden in den Cyberspace.


Aus Kultur- und Sozialwissenschaften:
"Meine, deine, unsere Kinder. Vom Leben in Patchworkfamilien"
DLF, Studiozeit, 28. August 2003, 20.10 - 21.00 Uhr


Minifeature:
"Ich habe zwei Mamas!" Regenbogenfamilien
WDR 5, Neugier genügt, 27. Juni 2003, 20 Minuten

Lesbisch oder schwul zu sein, bedeutet längst nicht mehr, auf Kinder zu verzichten. Viele Paare leben mitlerweile in einer so genannten Regenbogenfamilie oder wünschen sich sehnlichst, eine zu gründen. Chancen und Herausforderungen einer nicht alltäglichen Lebensform.


Musikfeature:
"Romantikerin im Technoland -
die amerikanische Performance-Künstlerin Laurie Anderson"

WDR 3, 24. Oktober 2002, 22.00 - 23.00 Uhr
"Ich bin eine Geschichtenerzählerin. Die Musik und die Bilder sind nur eine Art, die Geschichten zu erzählen." Laurie Anderson, seit ihrem 80-er Jahre Hit "O, Superman" einer breiten Öffentlichkeit als Musikerin, Multi-Mediakünstlerin und Performerin bekannt, hat einen einzigartigen Stil des Erzählens gefunden. Mit technischen Transformationen hat sie das Publikum in Staunen, Wundern und Schmunzeln versetzt, wenn sie scheinbar Selbstverständliches und Banales aus neuen Perspektiven betrachtet. Immer wieder beschäftigt sie sich mit Menschen im Spannungsfeld zwischen Natur und Technik. Sie hat ihrer Geige das Sprechen beigebracht, während ihre eigene Stimme mit elektronisch verfremdeten Zungen spricht. "Gesprochene Sprache hat mich immer am meisten interessiert", sagt sie und hinterfragt häufig Sinn und Form unserer Kommunikation. In ihren Songs und Performances öffnet sie musikalisch-poetische Räume, in denen neben der teils albtraumhaften Realität auch Traumwelten aufscheinen. Vom elektronischen Klangexperiment bis hin zu Latin und Pop hat sie vieles ausprobiert. Doch in ihren jüngsten Produktionen wird eine Technik-Müdigkeit deutlich: Immer häufiger setzt sie ihren präsenten Sopran ein, reduziert akustische Verfremdungen auf ein Minimum, macht hörbar, was in der hochtechnisierten Welt verloren gegangen scheint: Stille.


Feature:
"Wenn nur Wimpern die Stunden begrenzen" -
Von den Abenteuern des Schlafens und Träumens.
HR2, Abendstudio, 16. Juni 2002, 22.00 - 23.00 Uhr
Ein Drittel unseres Lebens schlafen wir. Tauchen ein in unbekanntes, dunkles Terrain. Und geben beim Einschlafen die Kontrolle ab: über unsere Gedanken, unser Bewusstsein, unsere Tätigkeit, die Zeit. Wir fallen in den Schlaf wie Alice ins Wunderland. In das Reich der Träume. Trotz weltweiter Forschung bleibt es bis heute ein Rätsel, was sich genau während des Schlafs abspielt, warum wir schlafen und träumen. Unterwegs zu Schlaf- und Traumforschern, Träumern und Schläfern. Schlaf und Traum in anderen Kulturen. Kairos und Chronos, unser Umgang mit der Zeit.


Literaturfeature:
"Sei was du bist, gib was du hast". Rose Ausländer zum 100. Geburtstag.
DW, Kulturreport, 12. Mai 2001, 25 Minuten


Feature:
"Wie Stimmen Gefühle aufdecken - oder wie ich meiner Geige das Sprechen beibrachte" Eine Kulturgeschichte der weiblichen Stimme
Ko-Autorin: Kerstin Kilanowski, SWR 2, RadioArt, 3. Juni 2001, 90 Minuten
Mythen, Sagen und Märchen erzählen in allen Kulturen von der Gefährlichkeit weiblicher Stimmen. Nixen, Sirenen, Harpyen, Undinen bringen mit betörenden Gesängen Verderben über die Menschheit. Auch im realen Leben liegt die Frauenstimme immer knapp daneben: zu schrill, zu piepsig, zu dünn. Wenn Frauen laut werden, riskieren sie Kopf und Kragen. Als Hexe und Hysterikerin, als Operndiva oder Suffragette. Zum Verstummen hat man sie trotzdem nicht gebracht. Im Gegenteil: Seit den siebziger Jahren erobern sich Performance-Künstlerinnen mit nie zuvor gehörten Stimmen einen öffentlichen Raum. Elektronisch verfremdet wie Laurie Anderson, vokal-akrobatisch wie Meredith Monk, zwischen sibirischer Tradition und Avantgarde wie Sainkho Namtchylak. Eine akustische Reise mit historischen Texten vom "Hexenhammer" bis zum feministischen Philosophie-Diskurs. Mit Literatur und Poesie zwischen Macbeth und Ingeborg Bachmann. Mit Gesängen griechischer Klageweiber und Performance-Künstlerinnen des 21. Jahrhunderts.


Reihe: Abenteuer Alltag
"Autofahren in Deutschland"
DW, Kulturreport, 29. April 2000, 25 Minuten


"Nylon"

DW, Kulturreport, 30. Oktober 1999, 25 Minuten


"Der Turnschuh"
DW, Kulturreport, 29. Mai 1999, 25 Minuten


Feature:
Sainkho, Diamanda und Co.

Ko-Autorin: Kerstin Kilanowski
DLF, Studiozeit, 17. September 1999, 48 Minuten
Vokale Grenzgängerinnen zwischen Ur-Emotion und Avantgarde


Feature:
"Der diskrete Charme der Bürokratie"
DW, Kulturpanorama, 17. Januar 1998, 28 Minuten

Spielregeln und Machtspiele, Funktionalität und Dysfunktionalität der Bürokratie. Mit Grüßen aus Kafkas Schloss….


Feature:
"Heimweh nach Deutschland, und was nach der Rückkehr passiert"
DW,
Kulturpanorama, 19. Juli 1997, 28 Minuten
Zurückkommen ist schwerer als fortgehen. Über Heimweh, Heimat, Fernweh und Exil.


Reportage:
Der Pow Wow bringt uns wieder zusammen.

(Soziale Verelendung und Spiritualität bei den Ureinwohnern Kanadas)

Ko-Autorin: Kerstin Kilanowski
NDR4, 15 September 1996, 55 Minuten


Literarisches Feature:
"Rose ist eine Rose ist eine Rose….." Auf den literarischen Spuren einer Blume.
DW, Kulturpanorama, 26. August 1995, 28 Minuten
Keine andere Blume hat wohl die Dichter so inspiriert wie die Königin der Blumen. Sie dient als Projektionsfläche, ist Heilige und Hure, man kann sie brechen, will sagen flachlegen, und vergöttern. Die Rose ist das Symbol für die Frau schlechthin, und wie in Gertrude Steins Kinderbuch "Die Welt ist rund" nachzulesen, mutig, schön und unvergänglich. Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine…….


Hörstück:
Jeshua.
DW, 24. Dezember 1994, 10 Minuten
Jeshua schreibt seiner Schwester Briefe aus der Psychatrie. Im Wahn, Jesus zu sein, will er auf seine Art die Welt vom Krieg befreien.

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